Plattenbesprechung: Black country communion – BBCIV (VÖ 22.09.2017)

Nach 4 Jahren stellen Black Country Communion ihr neues Studioalbum vor. Nach ihrer zwischenzeitlichen Trennung sah es ja lange Zeit so aus, als wären die vorangegangenen 3 Studioalben und ein Live-Album alles an musikalischen Output dieser Supergroup gewesen. Zu Jahresbeginn kam aber die erlösende Nachricht für die Fans. Die Band hat die Streitigkeiten beigelegt und plant ein neues Album. Sinnigerweise zeigt dieses neue Album dann auch einen Phoenix, der wieder gen (Rock-)Himmel aufsteigt.

Bereits Anfang august hatte die Band schon den Auftaktsong „Collide“ zum kosten losen download veröffentlicht.

Seit heute steht das neue Album in den Läden. Hier meine Kritik vom ersten Durchhören:

Tracklist:

  1. Collide (4:07)
    Der Auftaktsong knallt gleich richtig rein. Collide – so wie die beiden Egos von Bonamassa und Hughes? Das Ergebnis ist ein einergiegeladener Rocksong, der Hughes´ausdrucksstarke Stimme in den Mittelpunkt stellt.
  2. Over my head (4:06)
    Eine ganz andere Stimmung vermittelt dieser Song der Band. Funkiger Beat und leicht verzerrte Stimmen leiten das Lied in den Strophen ein. Diese Spannung löst sich im Refrain auf und erleben das Lied nun in einem treiben Beat. Dieser Wechsel ist mutig, macht aber auch viel Spaß zu hören.
  3. The last song for my resting place (7:57)
    Scheinbar wollten BCC ein Cross-Over aus einem Irischen Folksong und Hard Rock machen. So fängt der Song dann auch keltish angehaucht an. Dieses Mal steht Bonamassa am Mikrofon und sein Gesang gibt dem Song zunächt eine Sanftheit, die gut zum Songtitel passt. Dazu spielt immer wieder eine irische Violine. Diese Mischung zur elektrischen Gitarre erzeugt
  4. Sway (5:24)
    Nein, kein Cover von Dean Martin, sonder auch aus der Feder von BCC. Der Beat von Sway erinnert ein wenig an „Man in the middle“. Solide Rocknummer – bei anderen Bands wäre ich vermutlich begeistert. Bei BCC habe ich das Gefühl, so einen Song bereits gehört zu haben.
  5. The cove (7:11)
    Eine Ballade mit einem spannenden Riff von Bonamassa. Der Song macht neugierig darauf, wie sich die mysteriöse Stimmung entwickeln wird. Beim ersten Hören war der Spannungsbogen im Song noch nicht so deutlich zu hören. Jedoch ist es ein Genuss, dem Zusammenspiel aus Hughes´Gesang, der E-Gitarre und dem Schlagzeug zu lauschen. Die Keys bieten immer wieder einen passenden
  6. The crow (6:00)
    Zu Beginn wird der Beat durch Bass und kurz darauf der Gitarre etabliert. Sobald sich Bonham an dem Beat beteiligt, wird klar, dass es sich um ein schnell gespieltes Stück handelt.Die Bridges nehmen das Tempo immer wieder ein wenig heraus und geben dem Hörer Zeit zum durchatmen.
    Jeder darf mal solo: Hughes dreht in der Mitte vom Song mit seinem Bass-Solo auf. Danach darf auch Sherinian eine tolles Hammond-Orgel-Solo anbringen. Schließlich legt Bonamassa noch ein Solo nach.
    Trotz seines anfänglichen Tempos ist „The crow“ ein sehr abwechslungsreicher Song, bei dem keine Sekunde Langeweile aufkommt.
  7. Wanderlust (8:18)
    Dies ist eine eher poppige Nummer und (wenn die lange Laufzeit nicht wäre) eine radio-taugliche Nummer. Auch hier finden BCC wieder den richtigen Beat zum Songtitel. Wanderlust ist ein klasse Song, beim Autofahren zu hören: tagsüber auf der freien Autobahn macht der Song bestimmt eine Menge Spaß.
    Jedoch nutzt sich der treibende Beat aber im Songverlauf dann doch etwas ab.
  8. Love remains (4:53)
    Mit einem knackigen Riff wird dieser Song eingeleitet. Auch in diesem Song ist wieder zu hören, dass die Band auf komplexe Rhytmen setzt. Insgesamt konnte ich mit dem Song jedoch nicht viel anfangen.
  9. Awake (4:42)
    Erneut eine schnelle Nummer, die an den Surfer-Sound der 70er erinnert. Höre ich da ein wenig Brian Wilson mit seinen Beach Boys durch?
    „Awake“ ist für mich einer der schwächeren Songs auf dem Album. Auch hier scheint es wieder, dass sich die Band auf dem Album anfängt zu wiederholen.
  10. When the morning comes (7:56)
    Endlich eine Ballade – das erste Durchschnaufen kommt zum Ende des Albums. Im Song fehlt mir jedoch der sonst so typische Spannungsbogen (wie z.B. bei „Cold) Hughes´ Gesang ist sehr zurückhaltend, was jedoch eine angenehme Abwechslung ist. Es muss nicht immer Hochgeschwindigkeit sein.

Fazit: „Black Country Communion“ melden sich eindruckvoll zurück. Die lange Pause hat der Band kaum geschadet. Sie schaffen es, kreativ, muskalisch und energetisch an den Vorgänger „Afterglow“ anzuschließen. Mein Lieblingssong ist „The last song for my resting place“, in dem die Band mit einem ungewähnlichen Soundexperiment ihren Mut für neue Wege im Rock zeigt.
Wer auf abwechslungsreichen Rock im 70er-Jahre-Stil steht, wird bestimt nicht enttäuscht und sollte sich das Album z.B. iTunes-Store (hier) kaufen. Die Voraussetzung ist, dass man mit Hughes´Gesangsstil zurechtkommt – aber davon kann man sich ja auf youtube vorher überzeugen.

Bildquelle: http://www.bccommunion.com

 

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